Altsprachlicher Zug (Lateinzug)
Im altsprachlichen Zug überwiegt im Jahrgang 5 der Lateinunterricht gegenüber dem Englischunterricht. Je nach Kursgröße wird Latein im Umfang von vier oder fünf Wochenstunden erteilt, während Englisch zunächst mit zwei Wochenstunden seinen Platz im altsprachlichen Zug findet, um ohne Unterbrechung weitergeführt werden zu können.
Die Fachlehrer der Fächer Latein, Englisch und Deutsch stimmen ihre Arbeit aufeinander ab, um den Schülern das Erkennen von Ähnlichkeiten und Entsprechungen zu erleichtern und die Sprachen miteinander zu verknüpfen.
Aus dem frühen Beginn und der Vernetzung der Sprachen ergeben sich folgende Vorteile für die Lernenden:
- Latein als erste Fremdsprache im Gymnasium nutzt die Lernfähigkeit der 9- bis 11-Jährigen und deren häufig ausgeprägtes Interesse an Bereichen der antiken Kultur besonders gut.
- Durch den Vergleich mit den anderen Sprachen – also Latein und Englisch – erschließt sich die Grammatik der deutschen Sprache, die einen Schwerpunkt des Deutschunterrichts in den Jahrgangsstufen 5 und 6 bildet, für die Kinder viel leichter.
- Durch die Auseinandersetzung mit Lehn- und Fremdwörtern wird der deutsche Wortschatz erweitert, das Wortverständnis vertieft und die Ausdrucksfähigkeit erhöht. Das Deutsche – in der Regel die Muttersprache – kann zunehmend bewusst und fehlerfrei eingesetzt werden.
- Dem Englischen kommt u.a. die Wortschatz- und Grammatikarbeit in Deutsch und Latein zugute. Große Teile des englischen Wortschatzes gehen auf das Lateinische zurück.
- Latein kann so früh dazu beitragen, die Grundlagen von Wortbildung und Sprachaufbau auch in den modernen Fremdsprachen zu verstehen. Die zunehmende Einsicht in Zusammenhänge zwischen den Sprachen eröffnet auch das Verständnis kultureller Verbindungen innerhalb Europas. Diese Vernetzung kann dazu beitragen, die Neugier auf weitere europäische Sprachen zu wecken.
- Da Latein aufgrund seiner besonderen Beschaffenheit einen gründlichen und systematischen Umgang mit dem Text verlangt, lernen die Schüler von der ersten Klasse des Gymnasiums an genaues Lesen und Interpretieren, was ihnen in vielen anderen Fächern zugutekommt. Studien unter Studenten an deutschen Universitäten haben ergeben: Ehemalige Lateinschüler erreichen eine signifikant höhere Fähigkeit, komplexe Texte zu verstehen.
- Auch gut zu wissen: Bei Latein ab Jahrgang 5 wird bei einem mindestens ausreichenden Abschluss das Latinum bereits am Ende von Jahrgang 9, das Große Latinum am Ende von Jahrgang 10 erreicht.
Sind noch Fragen offen geblieben? Wir stehen Ihnen gern zur weiteren Klärung zur Verfügung.
Julia Herrmann (Fachleitung Latein)
