Die Idee


"Liebe/r..., in den letzten Tagen war die Aufführung von unserer Opernkomödie 'Die Idee'. Doch jetzt ist es auf einmal zu Ende. Man fühlt sich für einen Moment beinahe wie im Nichts - jetzt wo dieses riesige Projekt mit der letzten Aufführung plötzlich endet - ein gemeinsames Projekt, an dem wir viele Monate lang gearbeitet haben, mit dem wir uns so viel beschäftigt haben und aus dem wir wahrscheinlich alle mindestens genauso viel mitgenommen haben."

So würden sehr wahrscheinlich alle der über 50 Mitwirkenden und vielleicht auch die vielen anderen, die aktiv dabei waren, so kurz nach der Aufführung einen Brief anfangen. 'Die Idee' von Gustav Holst ist eine bunte und teils auch lustige Opernkomödie, die sich aber durchaus mit ernsten Themen wie Politik, Vetternwirtschaft und Gleichberechtigung von Frauen und Männern befasst. So schlägt die Premierministerin vor, dass in diesem Land, in dem die Frauen herrschen, nun endlich mal die Männer diesen anstrengenden Job übernehmen sollen. Erst bejubelt das Volk noch ihre Idee, doch bald ist klar: Die Männer sind auf einmal überfordert und die Frauen langweilen sich. Und man ist sicher, die Ministerin mit ihrer blöden Idee "fährt uns das Land an die Wand!". Und als alles wieder so ist, wie es war, ist man sich einig: In Zukunft sollten Premierministerinnen grundsätzlich besser keine Ideen haben.

All das konnte jedoch nur mit vielen, vielen Proben (unter Leitung von Frau und Herrn Solinsky) zustande kommen. Ob in richtigen "Probenwochen", an Samstagen oder auch in den regulären Hansa Vokal-Stunden: Wir haben häufig und lange geübt, denn jedes kleinste Teil musste stimmen: die Abläufe und Einzelszenen, die Lieder, die Stimmgebung und das Zusammenspiel mit dem Orchester. Die Proben waren natürlich auch anstrengend, aber als wir dann auf der Bühne standen, waren wir froh, mit gutem Gefühl in unseren Rollen sicher zu sein und wir haben gemerkt, dass wir sehr viel dazu gelernt und uns sehr gesteigert haben. Außerdem fanden wir es toll, dass wir mit einem so guten Orchester in den Proben zusammen singen und spielen konnten.

Doch so eine Aufführung konnten wir und die Solinskys natürlich nicht allein bewältigen und so bestand der Stab aus Helfern bestimmt noch einmal aus 50 Leuten. Es hat eine Menge Spaß gemacht, dass wir mit vielen anderen, häufig aus anderen Klassen und Stufen, zusammengearbeitet haben. Da gab es die, die sich um die tollen Kostüme und die Maske gekümmert haben. In der Maske wurden während der Aufführungen bestimmt Tonnen an Haarspray und Haarnadeln verbraucht. Außerdem mussten sich Leute um die Computerpräsentation und den Legofilm kümmern und darum, dass Backstage nicht allzu großes Chaos herrschte. Aber es gab auch die, die einfach nur da waren und geholfen haben, wo immer sie gebraucht wurden.

Die letzten Proben, wo all dies vorbereitet wurde, fanden dann endlich im Theater "Haus im Park" statt. Darauf hatten wir uns schon sehr gefreut, und es war toll zu erleben, wie die Technik und das Licht dazu kamen.

Schließlich war es dann soweit, die erste Aufführung, die wir nun als geschlossene Gemeinschaft bestreiten konnten. Jetzt mussten sich diese Lieder mit den witzigen und ironischen Texten und damit auch wir uns dem Publikum stellen. Doch allen Befürchtungen zum Trotz gab es keine großen Pannen – nicht einmal bei der Quadrille - und so konnten wir den Abschluss der Aufführung mit reichlich Applaus feiern. Das Königspaar war, dank ihrer wirklich guten Comedy-Einlagen, vielleicht der Publikumsliebling. Vielleicht hat George, als er mit furchteinflößender Stimme seine Macht demonstrierte, viel Eindruck hinterlassen. Vielleicht waren einige durch das Melodram und das Gesangsduett von Mona und Max besonders gerührt. Doch auf jeden Fall hat alles andere genauso beeindruckt.

Und am Ende von drei gelungenen Aufführungen bleiben nur noch die Fragen: "Sind Lügen für die Wirtschaft wirklich notwendig?", "Wollen wir vielleicht nicht doch offen sein für weitere Ideen von Premierministerinnen?", "Oder ist es doch besser, wenn einfach alles so bleibt wie es ist?"

Maxine Pepper und Josephine Brettschneider (Klasse 7z2) mit Ergänzungen von Marla Heberlein (9a), Natascha Brinckmann, Abigail Burleigh (7gz), Henriette Bastian, Mia Gaarz, Judith Fertmann und Louisa Krüger (7z1)