BARCELONA: Te quiero! - Profilreise vom Spanisch- und Lateinkurs S2


Mit den Gedanken an Sonne, Wärme, Meer und eine wunderschöne Stadt lassen wir das verschneite und kalte Hamburg im Februar hinter uns liegen - Barcelona entgegen. Und dann stehen wir dort vor dem Flughafengebäude: Dunkelheit, frischer Wind, leichter Regen und moderne Betonbauten vor unseren Augen. Nun denn, immerhin die paar Palmen lassen erahnen, dass wir richtig sind. Mit dem Bus geht es in die Stadt und die letzen Kilometer dann weiter zu Fuß bis zu unserem Hostel direkt in der Stadtmitte. Die Tür geht auf und uns schlägt eine wilde Mischung von lauter Musik, angeregten Unterhaltungen, Hitze, Biergeruch und noch manchem anderen Zeugs entgegen. Hier sollten wir für die nächste Woche bleiben? Wenn es sein muss- gerne! Die Zimmer sind klein und schmal und werden im Laufe der Woche durch umherfliegende Klamotten immer enger, doch haben wir eh nicht vor, viel Zeit dort zu verbringen.

Das 5er Mädchenzimmer, das 7er Jungszimmer und die beiden Lehrerinnen haben das große Glück auf einen wunderbar inspirierenden Lüftungsschacht zu schauen. Das 10er Mädchenzimmer hat dagegen den Blick auf den belebten Plaza Real, sowie einen kleinen Balkon. Von daher ist der Balkon bei allen sehr beliebt und zu Hauptbesuchszeiten stehen auf dem für höchstens 2 Personen gebauten Vorbau bis zu 10, auf die Gefahr hin gleich unten zu liegen. Ab dem nächsten Morgen stehen wir immer pünktlich um 9 Uhr vorm Hostel, um den Tag lang die verschiedensten Ecken von Barcelona zu erkunden.

Die beiden Lehrerinnen, Frau Jaklin und Frau Ittershagen, bisher noch gar nicht erwähnt, weil sie sich nicht etwa oberlehrermäßig streng verhalten, sondern durchaus verständig aus dem Hintergrund lenken, haben daraufhin die Aufgabe zu überprüfen, ob wir alle anwesend sind, dann geben sie die Rolle der Stadtführer an uns weiter. Im Voraus hatten wir uns in 3er-Gruppen aufgeteilt und jeder musste sich über eine von  Barcelonas Sehenswürdigkeiten informieren, die er dann direkt vor Ort den anderen auf möglichst informative Weise präsentieren sollte. Die Spanier in der Gruppe erledigen dies zum Teil auf Spanisch, die Lateiner nur auf Deutsch, weil in Latein wohl keiner mehr mitkommen würde. Wir kommen also in den Genuss täglich wechselnder Cityguides, die sogar halbwegs den Durchblick haben, wo es längs geht:

So sehen wir die Ramblas, das Barrio Gótico, den Hafen, diverse Werke von Gaudí, dem berühmten modernistischen Stadtarchitekten Barcelonas, wie die Sagrada Familia, den Park Güell, das Casa Battló, außerdem verschiedene Museen. Danei halten sich Kulturprogramm und Freizeit die Waage, wobei die Seite der Freizeit vielleicht sogar etwas stärker wiegt. Die Zeit wird genutzt, um selbst die Stadt zu erkunden oder in den vielen Läden Sachen zu erstehen. Einige schleppen täglich riesige Tüten ins Hostel, wo sie kurz die wundgelaufenen Füße ausruhen, um dann erneut loszuziehen. In den Tagen spielen dann ein paar von uns noch das unangenehme Spiel " Die Krankheit geht rum ", wobei sich auch die Gesunden einbildeten, dass es ihnen ganz schlecht geht. Abends dürfen wir alleine bis Mitternacht  raus, was in Barcelona zwar noch recht früh ist, wir aber akzeptieren es. Und zusammen mit unseren beiden Leherinnen darf es dann einen Abend auch mal ein bisschen länger sein (super Tanzbein haben Sie, Frau Ittershagen!) Ja wir machen den Lehren wenig Probleme, und sie uns auch nicht. Sonnencreme brauchen wir die meisten Tage nicht aufzutragen, doch die Sonnenbrille kommt manchmal in Benutzung, wenn auch nur für ein paar Minuten. Nur der letzte Tag ist strahlend schön, was den Gedanken an den baldigen Rückflug nicht gerade leichter macht. Passend zum Wetter steigen wir auf einen von den zwei Hausbergen Barcelonas, den Montjuic. So können die neu gekauften Sommersachen schon mal ausgeführt werden, bevor sie zu Hause erstmal wieder für Monate im Schrank verschwinden müssen. Die Festung auf dem Berg ist schnell angeschaut und dann wird sich in die Sonne gelegt. Und wer heute die Sonnencreme nicht dabei hat und sich trotzdem sonnt, erhebt sich wieder mit lustigem, wenn auch schmerzhaften Sonnenbrand. Danach geht es mit der Seilbahn zum Strand. Endlich haben wir Sonne, Wärme und Meer. Viel zu schnell kommt der Abend und mit ihm der Regen. Doch so ist es richtig, sollt die Stadt doch ein wenig um uns weinen.

Den Abend verbringen die meisten, wie die vorhergegangenen Tage auch schon, im Aufenthaltsraum des Hostels, in dem man entweder mit super talentierten Koreanern Billard spielt oder seine Englischkenntnisse bei Gesprächen mit Leuten aus aller Welt verbessert.

Die Nächte sind meist etwas zu kurz, doch eine Woche übersteht man gut. Die Ermüdung kommt erst auf dem Rückflug, wo uns alle das Sandmännchen besucht. Zurück in Hamburg kann man nur sagen:

Es war eine tolle Zeit, vielen Dank an die Gruppe und die beiden Lehrerinnen!

Juliana Eggers